„A friendly challenge“: Die Lösung in der Causa Blümel

Wird Blümel gegen unseren Vereinsberufsalkoholiker bestehen können?

Die verbalen Entgleisungen eines Gernot Blümel geben derzeit einer breiteren Öffentlichkeit, als dies normalerweise der Fall ist, Anlass zum Nachdenken.

Müssen wir wirklich darüber nachdenken, ob dieses Land einen  pledge of allegiance, eine Werteformel, braucht, ob gerade Österreichs Kinder täglich in der Schule Fahneneide schwören sollten? Ich denke nicht. Wichtiger ist, darüber nachzudenken, wer das fordert und warum. Das gibt Aufschluss über die Ernsthaftigkeit des Anliegens und die ist schließlich entscheidend.

Wir vom Verein F.A.u.L. haben beschlossen, unsere Erfahrungswerte im Umgang mit dem Wiener ÖVP-Chef sowie unsere Interpretationen seines Verhaltens zur Debatte beizusteuern. Wir tun dies in der Hoffnung, dadurch aufzuzeigen, dass Herrn Blümel seine policies nicht einmal wichtig genug sind, dazu Stellung zu nehmen und damit auch nicht wert, dass man sie ernst nimmt. Ihm ist es ja offenbar selbst nicht allzu ernst damit.

Unsere Sicht der Dinge ist, Herr Blümel habe sich die Provokation als bevorzugte Form (politischer) Scheinarbeit ausgesucht.

Scheinarbeit, also die bloße Aufführung von Arbeit, ist eine beliebte Form der AUM und ein in der sogenannten „Arbeitswelt“ durchaus notwendiges Übel. Scheinarbeit ist also aus unserer Sicht eine durchaus begrüßenswerte Erscheinung (da sie der Arbeitsvermeidung dient), aber nicht wo sie ein Liebäugeln mit dem Rechtspopulismus sowie gezielte Attacken auf sozial „Unliebsame“ bzw. „Schwache“, viele darunter Gammler und damit unsere Schutzbefohlenen, bedeutet.

Das haben wir dem obersten Wiener ÖVP-Gammler schon anlässlich seiner Aussagen zur Mindestsicherung schriftlich mitgeteilt, oder besser gesagt, es zunächst erfolglos versucht.

Nachdem er die in dem Schreiben gesetzte Frist verstreichen hat lassen, wurde Herr Blümel von unserem Verein ein Monat lang fast täglich um die in dem Brief geforderte Entschuldigung/Stellungnahme gebeten, die er uns konsequenterweise bis heute schuldig geblieben ist. Vor kurzem hat er sich immerhin dazu bewegen lassen, uns diese mündlich zuzusichern.

Verhält sich so ein Berufspolitiker, der seine Anliegen ernst nimmt? Politik zu machen hieße ja, sich mit den Sorgen einer Bürgerinitiative wie der unseren auseinanderzusetzen. Das muss auch für die (zugegeben etwas polemisch formulierten) Anliegen Andersdenkender gelten. Hackln is eben oasch!

So sehr wir jedenfalls die lobenswerte Zurschaustellung von Arbeitsunwilligkeit eines Gernot Blümel schätzen, möchten wir doch davor warnen, seine Vorschläge und Aussagen ernsthaft zu diskutieren oder gar über deren Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit nachzudenken: Das hieße Arbeit an Scheinarbeit verschwenden! Davon ist dringend abzuraten.

Arbeitsvermeidung um jeden Preis?

Der Sager von der „Mindestsicherung als Zuwanderungsmagnet“ ist ein älteres Beispiel dafür, wie ein Stadtpolitiker im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten den sozialen Frieden zum Zweck der Scheinarbeit aufs Spiel zu setzen gewillt ist. Das pseudo-patriotische Geschwätz von der „Werteformel“ nimmt sich dagegen fast noch harmlos aus. Dazwischen kam die Pratersternaktion der Wiener ÖVP, wo Taschenalarme an Passanten verteilt und damit die Leute, die es vorziehen, dort ihr Recht auf Herumlungern wahrzunehmen als Bedrohung für die „braven“ Bürger stilisiert wurden. Penthouse-Rechtspopulismus und antisozialer Gelegenheitsaktionismus sind eine geschmacklose Form der AUM. Meines Wissens hat bisher niemand eine Rechtfertigung für diesen gezielten Akt der sozialen Stigmatisierung unbescholtener, friedlicher Leute gefordert. Sollte sich jemand finden, der/die gewillt ist, das zu tun, kann man ihm/ihr nur von ganzem Herzen Beharrlichkeit und Langmut wünschen: Die ÖVP Wien prokrastiniert nämlich fast so gut wie wir, der Verein F.A.u.L.

Die Lösung: a friendly challenge

Wir vom Verein F.A.u.L. helfen jedem, der nicht gerne arbeitet und wollen Herrn Blümel zeigen, dass populistische Selbstinszenierung auch ohne das Schüren sozialer Neidgefühle und abseits von Xenophobie und Rassismus abgehen kann: Zu diesem Zweck wäre ein Benefiz-Boxkampf gerade recht, dachten wir uns. Gernot Blümel soll dabei gegen einen Gammler aus unserem Verein antreten.

„Er wird natürlich ablehnen“ höre ich Sie sagen. „Da kommen Sie ins Spiel“ sagen wir und denken dabei an ein wenig medialen Druck, der ja schließlich ganz leicht auszuüben ist: Wer mithelfen möchte, einen Event wie das „Gammler-Benefiz-Boxen: Wiener ÖVP VS Verein F.A.u.L.“ Realität werden zu lassen, kann dies Herrn Blümel ganz einfach mitteilen. Twitter und Facebook mag er am liebsten. Ein vitaler Quoten-Mittdreißiger, der gern den „jungen starken Mann“ gibt, sollte bei entsprechendem öffentlichen Interesse doch zumindest ein wenig in Erklärungsnot geraten, wenn er eine friendly challenge wie diese ablehnt. Wenn es ihm keinen Spaß machen sollte, findet sich ja vielleicht ein Parteifreund, der sich nicht zu gut dafür ist, für einen guten Zweck ein wenig Sport zu machen?

Unser Verein wird jedenfalls in den nächsten Tagen eine entsprechende schriftliche Aufforderung an die Wiener ÖVP übergeben. Wir berichten über den Stand unserer Bemühungen laufend auf hackln-is-oasch.at und ersuchen Sie, verehrte Leser, um Ihre Mithilfe in Form von Unterstützungserklärungen für den Event in den sozialen Medien.

Krzysztof Brązowy
Minister für Denunziation und Demagogie

 

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