Aktionsgammeln: Ein Besuch bei der ÖVP Wien

Die ÖVP-Security steht gerne für den Verein F.A.u.L. Modell. „Aber nur mit Sonnenbrille!“

Nachdem Gernot Blümel auf Briefe, E-Mails und Anrufe bisher nur mit Lippenbekenntnissen oder gar nicht reagiert hat, hat der Vorstand des Vereins F.A.u.L. ihm eine Delegation gesandt, um ihm nach altem Gammlerbrauch persönlich eine Herausforderung zum GammlerPreisBoxen zu überreichen. Eine Einladung, die er nicht ausschlagen kann.

Hier der Erlebnisbericht aus den Augen des Vereinsobmanns Madras Bez und des Dichterfürsten Siegfried Rosenkranz:

Bericht von Prophet Madras Bez:

„Durch die „schwarze Meile“ hinweg, vorbei an der Bundespartei, dem ÖVP-Bürgerservice und allem, was in Wien sonst noch im Namen der Volkspartei die Arbeitslüge verbreitet, schritt ich mit meinen Getreuen in das finstere Hauptquartier der ÖVP-Landespartei am Rathausplatz.

In der stickigen Empfangshalle lag der modrige Geruch von Verzweiflung und geknechteten Arbeiterseelen in der Luft. Nervös trat ein Sicherheitsbediensteter vor, der mir unterwürfig erklärte, er dürfe mir erst Zugang gewähren, wenn ich ihm der Fragen drei beantwortete. „Im Namen des Herrn, ich kann nicht länger warten!“ entgegnete ich mürrisch. „Ich will den salzigen Angstschweiß jenes Ungläubigen schmecken und sein Blut im Ring fließen sehen. Überreiche Er ihm doch diese Einladung, ich habe wahrlich Besseres zu tun.“

Eingeschüchtert kontaktierte er sofort den jungen Gernot, der mir seine persönliche Assistentin sandte. Während des Wartens erzählte ich dem Torwächter der Volkspartei vom wahren Glauben. Interessiert hing er an meinen Lippen und war zutiefst betrübt, dass ich mich von ihm abwenden musste um die herbeihetzende Assistentin über den Ernst der Lage zu informieren. Diese verneigte sich und versicherte mir, sie werde Gernot so schnell wie möglich die Herausforderung unterschreiben lassen. Es sei allerdings schwer, ihn persönlich anzutreffen, da er fast nie in der Arbeit sei und alles auf sie abwälze.

„Unter der Herrschaft des Schwarzen Winkels hätte es ein derartiges Sodom und Gomorrha nicht gegeben“, entfuhr es mir zornig. Ich überreichte ihr die Herausforderung und bin seither mehr denn je davon überzeugt, dass es nur eine Möglichkeit geben kann, dem ungehobelten Gernot Manieren beizubringen: Im Ring!“

Blümel wirft sich in Kampfpose.
Blümel wirft sich in Kampfpose.

Bericht von Siegfried Rosenkranz:

Dem Botenamt, dem heil’gen verpflichtet, überbracht ich heut auf Brazowys Geheiß das Schreiben, worin die Forderung zum Faustkampf stand. Der Blümel ließ sich wohl verleugnen, denn wer da nicht zugegen ist, der sendet keine Unterhändler!

Als holde Maid von zwanzig Jahren war sie als Unterhändler unerfahren. Und doch: ihr Rocksaum war ihm Schild und Wehr an diesem Tag! Sie versprach, den Brief alsbald ihrem Herren vorzulegen und ihm treulich auszurichten, ein kleiner Pole wolle ihn zum Faustkampf fordern, doch sei dies kein Grund zur Sorge, denn der besagte Pole sei schwächlich, furchtsam und recht oft betrunken.

„Doch hätte sich zu meiner Zeit kein Mann, sei er noch so ungehobelt oder feig getraut, derart mit Boten zu verfahren“ belehrte ich die holde Maid, die darauf sanft errötend mir mit Blicken zu verstehen gab, sie denke ebenso und dass sie, zartfühlend und verständig wie sie war, sich ihres Herrn gebührlich schämte.

Kein Mann, der Brazowy, den Schwächling, fürchtet, soll von sich behaupten dürfen, er könnt dem teutschen Volk die Freiheit sichern und dem Pöbel Grenzen setzen“ fuhr ich hernach den Pförtner an. Der duckte sich und scheute, kaum dass ich grimmen Blickes mit des Geres langem Schaft auf meinen erzumhüllten Schild einschlagend einen Schritt in seine Richtung tat.

„In diesen Hallen ist kein Mannesmut zugegen“ rief ich angewidert jenen Ort verlassend, „war dort nie und wird es nimmer sein! Fleht zum Herrgott, dass ihr euch nicht eines Tages stark genug für meinesgleichen wähnt, wo schon ein Brazowy für euch solche Schrecken birgt.

Mit diesem hübschen Flyer informierten uns Blümels Lakaien über die zahlreichen Scheinarbeitsposten, die die ÖVP schaffen will.

Die Situation aus meiner Sicht:

Eine gelangweilte Security versperrte uns zunächst wohl wegen unserer uniformen Aufmachung argwöhnisch den Weg, ließ sich aber überzeugen, die Assistentin von Blümel anzurufen. Die nahm nach ein paar Minuten Wartezeit tatsächlich die schriftliche Einladung entgegen und überbrachte sie dem ÖVP-Chef.

Blümel ließ seiner Assistenin ausrichten, er sei nicht da – meiner Sekretärinnenerfahrung nach denke ich, er wollte einfach nicht die Treppen runtergehen, weil er faul ist. Ein ganz vernünftiger Kerl eigentlich. ÖVP-Insiderberichten zufolge ist er aber vermutlich ohnehin zu feig für eine Zusage zum Boxkampf. Möglicherweise schickt er aber eine Vertretung?

Ich bin jedenfalls gespannt.

Susanne Messerschmidt

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