Bericht aus dem Ministerium für Denunziation und Demagogie: Brązowy trifft Karlich.

Quelle: (c) ORF http://tv.orf.at/karlich

Geschätzte GammlerInnen und Gammler!

Fast ständig werden wir, die Redaktion von F.A.u.L., mit Interview- und Talkshoweinladungen bestürmt. Der Umstand ist wohlbekannt und kann Gammler von Welt, die mit unserer Tätigkeit vertraut sind, kaum verwundern. Wohl bekannt ist ferner, dass wir jede Form von unnötiger Arbeit zutiefst verabscheuen und darum, auf die Gefahr hin, uns (oder andere) dieser auszusetzen, kategorisch ablehnen. Das geschieht zumeist leichten Herzens. Zumeist!

Einzige Ausnahme, zumindest was mich betrifft, ist eine Diskussionsrunde bei der ORF-Fernsehsendung „Im Zentrum“ gewesen. „An sich bedeutungslos“ höre ich sie, geschätzte Leser, sagen. „Interessenvertretung für GammlerInnen und Gammler ist ohnehin ein viel zu wichtiges und heikles Thema um es den biased mainstream media zu überlassen“ höre ich sie sagen. „Ein langweiliger Pflichtauftritt und damit undenkbar!“. Das stimmt natürlich und ist mir ebenso klar wie Ihnen. Ich bedauere es aus persönlichen Gründen: Der Blümel* wäre dort gewesen!

*Das ist ein Wiener Kommunalpolitiker, der mir noch einen Boxkampf schuldet bzw. eine Zu-/Absage; ein Möchtegern Robin Hood der habenden Klasse und so genannter „Leistungsträger“, der seine berufliche Scheinarbeit als bewusste Hetz- und AntiGammler-Politik aufzufassen scheint. Treue Leser erinnern sich. Wir hatten ausführlich berichtet.

Diese Information hat mir unsere Sekretärin in weiser Voraussicht vorenthalten. Sie hat zu Recht befürchtet, dass ich wie ein geflügelter Husar über Gernot Blümel hergefallen wäre und den Burschen mit der Reitpeitsche gezüchtigt hätte. Der polnische Heldenmut meiner Vorväter hätte mich dazu getrieben. Es hätte mir Vergnügen bereitet und wäre darum keine Arbeit gewesen. Allzu verlockend, doch hätte es der guten Sache, dem Kampf gegen die Arbeitslüge, mehr geschadet als genützt. Gewaltbereite Gammler bedeuten schlechte publicity.

Da macht sich der schlechte Einfluss von Siegfried Rosenkranz, mit dem ich dieser Tage mehr Zeit zu verbringen habe als mir lieb ist, bemerkbar. Leichtsinnig hatte ich mich vor ein paar Monaten dazu bereit erklärt, ihm bei der Herausgabe seines magnus opus über Susanne Winter behilflich zu sein.

So befremdlich und verstörend die allzu tiefen Einblicke in die Geisteswelten von Siegfried Rosenkranz auch für mich sein mögen, so war mein Gedanke, kann ich dadurch wenigstens die redaktionelle Oberhoheit über ihn behalten und seinen Lesern das Schlimmste ersparen.

Der Umgang mit dem großdeutschen, rechtsextremen Fossil, unserem Kulturbeauftragten, ist mir jedenfalls nach wie vor unerträglich. Letztlich beispielsweise hat er gedroht, mich mit „Ger und Schild im Zweikampf zu vernichten“ falls ich nicht die Einladung von Barbara Karlich, der er angeblich in „tiefer Minne zugetan“ ist, wahrnehme.

„Für den teutschen Gammler
kann es nichts Schönres geben

als Montag morgens
ausgestreckt, sich räkelnd,

beim Genuss des Morgenbieres
jener Holden zuzuhören.

In Gott gefäll’ger Muße!“

In gewissem Sinn hat der Dichterfürst (erschreckenderweise) recht. Barbara Karlich ist, zumindest für einige GammlerInnen und Gammler eine Ikone der Bewegung und für viele synonym mit untätigem Herumlungern vor dem Fernseher- einer in höchstem Grade lobenswerten („gottgefälligen“ hätte der Prophet an dieser Stelle wohl geschrieben) Tätigkeit.

Des Weiteren will ich nicht mit Ger und Schild bedrängt im Zweikampf vernichtet werden. So intensiv verspüre ich den Heldenmut meiner polnischen Vorväter dann auch wieder nicht.

Ich habe also ausnahmsweise zugestimmt, mich kurz darauf mit der zuständigen Redakteurin zu einem Vorgespräch getroffen und werde alsbald, begleitet von einer Entourage handverlesener Alphagammler, bei einer ihrer Sendungen dabei sein. Das ist immer noch besser als den Rosenkranz hin zu schicken. Wer weiß, was dem so alles einfallen könnte wenn er die populäre ModeratorIn, seine Holde, trifft? Ich! Leider! Eben deshalb werde ich es sein, der sie besucht.

Wann die Sendung dann ausgestrahlt werden bzw wie sehr das Staatsfernsehen mich und meine Ausführungen zensurieren wird ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Wir halten Sie, geschätzte Leser, selbstverständlich auf dem Laufenden.

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