Betrachtungen eines Demagogen: Die Stimme der Vernunft

Norbert Hofer, ein Gammler aus der Mitte des Volkes, verheißt uns eine glorreiche Zukunft.

Die reaktualisierte Wahlempfehlung des Propheten wurde vor kurzem veröffentlicht. In weiser Voraussicht hat das Oberhaupt unserer Bewegung die Zeichen der Zeit erkannt und sich nach reiflicher Überlegung für Norbert Hofer entschieden. In meiner Funktion als Minister für Denunziation und Demagogie kann ich dem nur beipflichten.

Ich muss gestehen, anfangs skeptisch gewesen zu sein und Hofer für allzu politisch bedenklich gehalten zu haben. Ein blauer Parteisoldat, der öffentlich sagt, das NS-Verbotsgesetz spieße sich mit der Meinungsfreiheit und der die Anliegen der Pegida für gerechtfertigt hält, so mein Gedanke, gibt einen denkbar schlechten Repräsentanten des Landes nach außen hin ab. Bei genauerer Überlegung aber offenbarte sich mir der politische Weitblick sowie das strategische Geschick des Propheten: Hofer mag politisch und diplomatisch untragbar sein, aber gerade hierin liegt eine große Chance für die Gammlerbewegung. Er wird im Falle eines Wahlsieges helfen, uns kulturell und politisch von fremden und multikulturellen Einflüssen abzuschneiden. Die haben ja allzu oft nichts als die dogmatische Verbreitung der Arbeitslüge zum Inhalt und Ziel.

Des weiteren werden wir uns ideologisch ohnehin früher oder später anzupassen haben, wenn das Volk ein ums andere Mal den (symbolischen) Rechtsruck probt. Darauf muss natürlich auch die politische Interessensvertretung für Gammler reagieren. Sollten wir also nicht versuchen, treibende und mitbestimmende Kraft hinter diesem Kulturtrend zu werden, den nicht zuletzt das vorläufige Ergebnis der Bundespräsidentenwahl 2016 bezeugt?

Deutschtümelei und Gammeln muss kein Widerspruch sein!

Teilen und Herrschen ist das Gebot der Stunde. Im Falle eines Wahlsieges werden wir vom Verein F.A.u.L. unseren Overlord und Schirmherrn mit Rat und Tat zur Seite stehen und unsere politische Tätigkeit in einer adaptierten Form fortzusetzen wissen.

Erste Entwürfe gibt es bereits dazu: „Heimattreu und Arbeitsscheu!“ ist der Slogan einer Kampagne, die die Herzen und Gemüter aller VolksgenossInnen im Sturm erobern wird. Wer anpassungsfähig ist wie ein Gammäleon, kann auch in Großdeutschland für den Müßiggang eintreten.

In der Vergangenheit hat die FPÖ ein Recht auf Nichtarbeit nur ihren eigenen Leuten zugestehen wollen: Das war uns seit jeher ein Dorn im Auge. Im kommenden Einparteien-Regime unter deren Ägide werden demnach alle Bürger in den Genuss dieser Privilegien kommen.

In diesem Sinne: Hofer for President – ein Volk, ein Reich, ein Gammler!

 

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