Offener Brief an Robert Lugar

Auch Menschenjagd ist Arbeit

Robert Lugar ©Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Bekehrungswillige Gammler aus den Kreisen der ÖVP zu erleuchten und Gernot Blümel anständiges Benehmen beizubringen war inspirierend!

Wir vom Verein F.A.u.L. hatten daher beschlossen, im Anschluss an unsere Sondierungsgespräche einen Teil unserer politischen Forderung in die Realität umzusetzen: den Gammlermonat, in dem wir jeglicher Arbeit entsagen. Nun ruft uns jedoch der irregeleitete Arbeitseifer von Robert Lugar, Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat beim BZÖ, bei der FPÖ oder dem Team Stronach, auf den Plan.

Der will sich die Arbeit des Redens ersparen und stattdessen nur noch seine Schusswaffe sprechen lassen. Umgehend haben wir uns daran gemacht, ihn in einem Schreiben auf die Konsequenzen seiner undurchdachten Pläne hinzuweisen.

Der offene Brief wurde Lugar persönlich von Susanne Messerschmidt überbracht. Der Erstkontakt blieb hinter den Erwartungen zurück: Lugar hatte keinen Sinn für den Liebreiz unserer Sekretärin, verscheuchte sie mit garstigen Handbewegungen und machte sich wohl sofort nach dem Treffen daran, seine neue Glock zu polieren.

Sehr geehrter Herr Lugar!

Wie unlängst den Tageszeitungen zu entnehmen war, machen Sie derzeit das „zum Waffenbesitz nötige Prozedere“ durch.

Wir vom Verein F.A.u.L. möchten Ihnen an dieser Stelle recht herzlich zu Ihrem Entschluss gratulieren und eine möglichst mühelose Abwicklung des Behördenwegs wünschen. Das Gefühl individueller Wehrhaftigkeit ist, wie sich unser Experte für Hypermaskulinität, Siegfried Rosenkranz, ausdrückt, „seit jeher Teil idealtypischer Männlichkeitsnarrative und damit ein Wert an und für sich“.

Auch der praktische Nutzen ist nicht von der Hand zu weisen. Wie leicht man in der lebensfeindlichen Wildnis des europäischen Hinterlandes von wilden Tieren oder marodierenden Söldnerhorden bedroht werden kann, lehrt uns schließlich die Geschichte.

Dass Sie als Grund, sich eine Waffe zuzulegen, die „Millionen an Flüchtlingen, die jährlich in die Union gelassen werden“ angegeben haben, gibt uns allerdings Anlass zur Besorgnis. Auch Menschenjagd ist Arbeit!

Millionen Menschen einzeln zu erschießen, noch dazu mit einer Handfeuerwaffe, ist ein immenser Arbeitsaufwand, den Sie wahrscheinlich unterschätzen. Sollte es so sein, dass Flüchtlinge erschießen Ihnen Spaß macht und dadurch keine Arbeit für Sie ist, so bedeutet ein Genozid immerhin einen massiven Mehraufwand für Vertreter vieler anderer Berufsgruppen.

Auch in diesem Sinne möchten wir Sie daher herzlichst ersuchen, von Ihrem Ansinnen, Flüchtlinge zu erschießen, Abstand zu nehmen. Sollten Sie dennoch daran denken, Ihr neues Hobby zum Beruf zu machen, müssen wir das mit Bedauern zur Kenntnis nehmen. Berufskiller haben im Team Stronach nämlich traditionell schlechte Karten.

Mit freundlichen Grüßen

Verein F.A.u.L.

 

Anhang: 
Das Schreiben an Robert Lugar als PDF

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