Über die Person des Siegfried Rosenkranz

Über die Herkunft des, wie er sich ausdrückt, „völkischen Dichters“ ist wenig bekannt. Während eine Theorie besagt, er wäre im Schwarzwald von einem Rudel deutscher Wölfe aufgezogen worden, munkeln andere wiederum von einem (mutmaßlich) missglückten Experiment in den letzten Tagen des dritten Reiches, im Zuge dessen die Obrigkeit das Einfrieren eines damals ungemein populären Heimatdichters dieses Namens angeordnet haben soll. Der Zweck eines solchen Experiments sowie die historische Akkuratheit solcher Behauptungen muss aufgrund des Mangels an gesicherten Quellen ungeklärt bleiben, denn Rosenkranz selbst weigert sich bis zum heutigen Tag, Detailfragen zu seiner Person zu beantworten und so den Spekulationen ein Ende zu bereiten.

Rosenkranz lebt und wirkt zur Zeit als freischaffender Kolumnist und Autor in seiner Wahlheimat Wien.

Der mit seinen Kommentaren zur „völkischen Identität“ aufhorchen lassende, oftmals polarisierende Künstler begründet dies folgendermaßen: „Man darf die Teutschtümelei nicht den Teutschen überlassen. Nur in Österreich kann man ihn noch singen, den teutschen Sang.“

Obwohl das Schreiben und die literaturhistorische Forschung den Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens bildet, versteht Rosenkranz sich als „Multigenie“ und „in allen Künsten wohlbewandert“, wie er der Redaktion versichert.

Auf die Frage, warum er in Zukunft gerade für den Verein zur Förderung von Arbeitsverweigerung und Leistungsreduktion schreiben wolle, äußerte Rosenkranz sich folgendermaßen: Er habe schon seit langem vorgehabt, „in gar alten buochen[1]“ nach bis dato überwiegend unbekanntem „völkischen Lied- und Sagengut“ zu diesem Thema zu forschen; eine Zusammenarbeit mit der seines Wissens einzigen „politischen Gruppierung“, die sich konkret mit dem gesellschaftlichen Missstand der Arbeit auseinandersetzt, halte er deshalb für ebenso naheliegend wie „der guten Sache förderlich“.

Zu der Vermutung, dass ihn sonst wohl niemand mehr eingestellt hätte, wollte Rosenkranz sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern. Fakt ist jedoch, dass der Dichter in den letzten Jahren zunehmend ins Zentrum öffentlicher Kritik geraten ist. Zahlreiche Zivilklagen wegen Ehrenbeleidigung und Anzeigen wegen Wiederbetätigung sowie der Umstand, dass Rosenkranz selbst im ultrarechten Lager als zu radikal eingeschätzt wird, politisch als ein „zu heißes Eisen“ gilt, zeugen ebenso davon wie schwindende Verkaufszahlen bis hin zu Druck- und Aufführungsverboten seiner Werke.

Soviel fürs Erste zum Kulturbeauftragten. Wir wollen unser neuestes Teammitglied hiermit recht herzlich begrüßen und freuen uns auf gute Zusammenarbeit, denn wie ihr ja alle wisst: Wir nehmen jeden, der nicht gerne hackelt. Und das ist gut so.

[1] Eine laut Autor angebliche Eschenbach-Referenz ist für die Redaktion nicht ersichtlich.

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