Das schwarze Dreieck

Über die Person des Madras Bez und die Faulheit der Propheten

Werte Anhängerinnen und Anhänger der Faulheit, gelobte Verfechter der Nichtarbeit, liebe Un- und Andersgläubige!

Ist Nichtarbeit gottgefällig? Absolut. Ist die Arbeit das Werk des Teufels? Ohne Zweifel. Woher aber kommt die Religion der Arbeitsentsagung? Von überall her, da es die erste Religion ist, von der alle anderen Religionen gelernt haben.

Warum Nichtarbeit wichtig ist, darüber wird auch von den mehrheitlich heidnischen Agitatoren des Vereins zur Förderung von Arbeitsverweigerung und Leistungsreduktion in ihren Hetzschriften und Kolumnen hingewiesen. Ich werde diesen Punkt später aus der umfassenderen und einzig legitimen, nämlich der religiösen Sicht im Sinne der heiligen Schriften, klären.

Zunächst muss geklärt werden, was einen wahren Propheten des Schwarzen Dreiecks – in der Doktrin kurz „Bez“ genannt – ausmacht.

In den heiligen Schriften der Arbeitsverweigerung heißt es:

„Dreifach verdammt sind die Menschen. Derjenige, der nicht der Faulheit huldigt, dessen Geist ist verdammt mit dem Fluch Unkenntnis; auch wenn  sein Herz rein ist, wird er nicht die Wahrheit predigen. Derjenige, der sich der Arbeit nicht verwehrt, dessen Herz ist verdammt mit dem Fluch der Leere; auch wenn er sich weise und gelehrt wähnt, er wird niemals Erkenntnis und Freude erlangen. Derjenige, der anderen unnötige Arbeit aufbürdet, der ist gänzlich verdammt; von ihm geht Leid, Not und Elend aus, dieser ist sünd- und boshaft und diesen meidet, auf dass ihr nicht leiden müsst unter dem Joch unnötiger Arbeit.

Derjenige jedoch, der der Faulheit huldigt, sich der Arbeit verwehrt und niemandem unnötige Arbeit aufbürdet, der darf das Symbol des wahren Glaubens am Körper tragen, sich Prophet nennen und dessen Lehren sollt ihr lauschen, sodass seine Weisheit einfließt in eure Köpfe und ihr mit Stolz im Herzen den Verlockungen der Arbeit entsagen könnt.“

Was aber heißt, der Faulheit huldigen?  Zunächst muss der Gläubige die Faulheit als Wert an sich anerkennen,  als den letzten Rest des Göttlichen, das allen Lebewesen innewohnt. Gleichzeitig hat der Prophet aber auch deren Widersacher, dem Arbeitseifer, jegliche Existenzberechtigung abzusprechen. Damit jedoch nicht genug, ein intensives Studium der heiligen Schriften und der Wille, die Worte des Herrn zu verbreiten, darf niemals mit Arbeit, sondern ausschließlich mit Freude im Herzen verbunden sein. Dann, und nur dann, huldigt man der Faulheit. Wer sich Wissen über die Schriften unter großen Mühen aneignet, kann den wahren Sinn der Nichtarbeit nicht verstehen.

Solange ich also der Arbeit mit ganzem Herzen ablehnend gegenüberstehe und sie niemandem freiwillig aufbürde, werde ich den Titel „Bez, um dessen Willen niemals jemand zu viel gearbeitet hat“ führen und die Lehren des Herrn auf diesen Seiten verbreiten, bis ich durch Zufall oder Altersschwäche in die ewige Arbeitslosigkeit geschickt werde.

Über den Grundsatz der Arbeitsverweigerung sowie das irdische Paradies durch Nanobots, die einer der ersten Propheten bereits vor vielen tausend Jahren vorhergesagt hat, lest ihr in meinen nächsten Predigten.

Möge uns bis dahin unnötige Arbeit erspart bleiben.

Madras Bez
Minister für Agitation, Propaganda und Indoktrination, Prophet, Arbeitsverweigerer aus Leidenschaft

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