Wort zum Sonntag: Die Zukunft des Schwarzen Winkels als Religionsgemeinschaft

Geisteswissenschaften als Wegbereiter der Religion?

Gläubige!

Euer starker Unwillen zur Arbeit ist beispiellos. Dafür sei Euch an dieser Stelle einmal mehr gedankt.

Frohlocket, Ihr Gammler im Namen des Herrn, denn bald schon ist es soweit: Der Schwarze Winkel soll in naher Zukunft als Religionsgemeinschaft anerkannt werden. Heerscharen von Gammlern haben sich bereit erklärt, mit ihrer Unterschriftenleistung die einzig wahre Religion zu unterstützen. Ich sage Euch: Das ist würdig und recht!

Dazu ein Kuriosum am Rande: Der Verein F.A.u.L. in seiner Funktion als weltlich-politischer Arm unserer Gammlerbewegung hat dieser Tage um die Unterstützung eines, wie mir versichert wurde, anerkannten Wissenschaftlers angesucht und diesen mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt – ist religiöse/politische Interessensvertretung für Gammler notwendig, sinnvoll und durchführbar?

Der mir nicht näher bekannte Professor der Philosophie hat selbstredend zugesagt und sich begeistert bereit erklärt, Rede und Antwort zu stehen.

Gleichzeitig ist die Abmahnung des ehemaligen Philosophiestudenten und nunmehrigen Chefgammlers der Wiener ÖVP, Gernot Blümel, in vollem Gange. Mögen die Thesen des schwarzen Winkels ihn erleuchten und bald zum wahren Glauben finden lassen.

Die Begeisterung der Philosophen für unsere Lehren ist verständlich. Weniger verständlich ist, dass sie überhaupt beauftragt werden müssen. Geisteswissenschaften mögen für die Durchsetzung des Schwarzen Winkels als Staatsreligion hilfreich sein, wie mir mein Minister für Denunziation und Demagogie erklärt. Sie sind jedoch keine echten Wissenschaften in den Augen des Herrn, da sie nicht der Erschaffung von Nanobots dienen. Nanobots aber sind der einzige Garant für universelle Untätigkeit, die Gott, der Herr, in seiner Schöpfung vorgesehen hat. Ich bin daher zurecht skeptisch, werde aber der Befragung bzw. Belehrung der beiden Scharlatane durch den Verein F.A.u.L. huldvoll beiwohnen.

Über meine Ansichten zur weltlichen Agenda werdet ihr, treue Gläubige, binnen Wochenfrist im nächsten „Wort zum Sonntag“ informiert. Seid jedoch gewiss, dass ich keine Rechtfertigung der Arbeitslüge akzeptieren werde, weder von Philosophen noch von richtigen Wissenschaftlern.

Madras Bez

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